Verfasst von: eranger1 | 9. Mai 2010

Erlebnispädagogik und Land-Art im Wandel der Jahreszeiten

Erlebnispädagogik und Land-Art im Wandel der Jahreszeiten

Kann eine winterliche Langlaufstunde durch Neuscheu für das Experiment Land-Art genützt werden?

Dieser Gedanke beschäftige mich, als sich die Schüler und Schülerinnen der SfS Seebach in der winterlich hügeligen Landschaft, gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Aaron Seidl und nach ca. 45 minütigem erlebnispädagogischem Langlaufen wieder auf mich zu  bewegten.

Ich hatte inzwischen den Ausgangspunkt in ein winterliches Atelier mit Ästen, Zweigen sowie Abdruckformen (Eimer, Schüsseln, Schaufeln) und Behältnissen mit Lebensmittelfarben erweitert und beobachtete nun die Reaktionen der Schüler und Schülerinnen.

Zuvor hatten wir mehrmals das Buch des Land-Art Künstlers Andy Goldsworthy betrachtet und durchgeblättert, hatten über die Formenvielfalt seiner Land-Art-Kunst gestaunt und uns darüber unterhalten, welche Formen und Spuren uns besonders ansprechen.

Hier reagierte jede/jeder anders, entdeckte Einfaches und Schwieriges. „Das ist leicht“, oder „nein, das geht schwer“, „so was möchte ich machen“ oder „wie geht das“ waren spontane Reaktionen.

Jetzt war also der Moment da, wo aus Theorie Praxis wurde und scheinbar übergangslos ging es vom Langlaufen in das winterliche Schneeatelier, wo jeder seinen Platz, seine Materialien und seine Formen fand, allein, zu zweit, als Gruppe.

Dieselbe Erfahrung dieses fließenden Übergangs von Erlebnispädagogik  zu Land-Art machte ich einige Monate später, als die Klasse gemeinsam mit Volksschülern und Klassen aus der Oberstufe einen Ökologietag am Ufer der Drau gestaltete.

Am Anfang stand die Bewegung in der Natur, das Wahrnehmen von Vogelarten, Pflanzen und Formen und danach das Entdecken und Gestalten mit Wasser, Sand und Steinen.

Wir betrachteten gemeinsam das Buch von Andy Goldsworthy und spürten nach, welche Formen und
Bilder Saiten in uns zum Schwingen brachten.

Und auch hier entwickelte sich eine eigenständige Dynamik, Gruppen fanden sich, Materialien aus der Natur wurden geformt, miteinander verbunden, bewegt, geordnet.

•    Neue kreative Möglichkeiten wurden im spielerischen Experimentieren und Probieren gefunden.
•    Neue Begegnungen zwischen unterschiedlichsten Altersgruppen fanden statt
•    Das nicht Alltägliche an der Situation führte zu neuen Lösungen und Möglichkeiten

Der ganzheitliches Ansatz in der Erlebnispädagogik  wo der Mensch mit all seinen Sinnen im Mittelpunkt stehen soll, findet sich also ebenso bei Land-Art wieder und der Übergang von sportlichen Aktivitäten zu kreativ gestaltenden Land-Art Stunden ist ein fließender und führt zu einer noch tieferen Wahrnehmung und Achtsamkeit.

TEXTE | FOTOS | Sigrid Elisa Pliessnig, Erlebnispädagogin   |   SFS Seebach | Aaaron Seidl

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